Das „Bad“ in Bad Nauheim hat nichts mit dem Bösen zu tun!

Amerikanische Schulen besuchen und das Schulsystem Arizonas kennenlernen! Präsentationen auf Englisch über die Sankt Lioba Schule und das deutsche Schulsystem halten (Obwohl ich keine Englischlehrerin bin)! Viele fremde Kinder betreuen, die ich noch nie gesehen habe! Ist das machbar? JA! Und es war eine tolle, spannende und lehrreiche Reise, die zudem für die mitgereisten wie auch die amerikanischen Schülerinnen und Schüler in unglaubliches Erlebnis darstellten.

In Kooperation mit der Friendship Connection ermöglicht es die Sankt Lioba Schule Bewerbern aus der Jahrgangsstufe 10 und der E-Phase 3,5 Wochen eine Familie und eine High School in den USA zu besuchen. Verteilt auf die verschiedensten Städte im gesamten Land, durchmischt mit anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Hessen ging es am Montag vor den Osterferien in vier großen Gruppen los.

Mein Auftrag als Begleitlehrerin war es, meine Gruppe sicher nach San Francisco und weiter nach Phoenix, Los Angeles, Medford und Tucson zu begleiten. Bereits bei der Einreisekontrolle schlug der Puls kurz höher. So sollten wir keinen Fall sagen, dass alle von uns Schulen besuchen werden, weil die Behörden denken könnten, dass es sich um richtige Studenten und Studentinnen handelt und somit ein anderes Visum bräuchten. Aber was sagt man stattdessen?

Obwohl dieses Szenario geübt worden war, riefen plötzlich drei Grenzbeamte gleichzeitig, dass die erwachsene Begleitung, sprich ich, doch bitte mal erklären solle, was wir für eine Gruppe seien. Glücklicherweise ließen sie uns, nach meinen Erklärungen und kurzer Beratung, passieren.

Puh, geschafft! Alle sitzen in den richtigen Anschlussfliegern und ich erreiche um zwei Uhr nachts Ortszeit bei noch immer fast 30 Grad Celsius mein Hotel für die Nacht. Die folgenden Nächte durfte auch ich dann in Familien in Tucson und Phoenix verbringen, die unglaublich gastfreundlich waren. In liebevoll gestalteten Klassenräumen ging es in den folgenden Tagen in den Deutschunterricht zu den Dorados in der Canyon del Oro High School und den Demons der Greenway High School.

Im amerikanischen Schulsystem werden sechs Fächer gewählt, die jedem Tag in der Woche besucht werden. Der Deutschunterricht konkurriert folglich mit Fächern wie Fotografie, Tanzen oder Werken, aber natürlich auch Physik, Geschichte und Englisch.

In meiner Präsentation interessierten sich die amerikanischen Kursteilnehmer vor allem für die günstigen ;-) Kosten für eine Privatschule, das System von Klassenfahrten sowie deutsches Brot. Erst in den Interviews erkannten sie und ich, wie oft wir dem deutschen Klischee des Brotessen entsprechen. Lediglich das Missverständnis, dass wir einen ganzen Laib Brot als Pausenessen in der Schule herumtragen würden, mussten wir aufklären. Für Irritationen sorgte außerdem, dass auf unserem Schul-T-Shirt das böse Wort „Bad“ geschrieben stand, was für die Amerikaner mit „Bath“ neu übersetzt werden musste.

Nach der Erlaubnis uns endlich auf Englisch befragen zu dürfen, legten die Amerikaner erst richtig los: Warum unsere Autos so klein wären? Wie es mit dem Alkohol aussieht? Was wir über amerikanische Schulen und den aktuellen Präsidenten denken?

Nach mal mehr oder weniger ehrlichen Antworten, immerhin habe ich noch nie so wenig von der amerikanischen Politik mitbekommen wie während meines dortigen Aufenthaltes, wurden Steckbriefe über uns auf Deutsch verfasst.

Im Anschluss durfte ich mir jeweils die beiden Schulen anschauen, für alle anderen Deutschen und ihre Austauschpartner ging es weiter in die nächste Unterrichtsstunde.

Die Ausstattung der Schulen war wirklich beeindruckend. Mein Physikerinnenherz wurde etwas neidisch. Mein Sportlerinnenherz kann die Aussage meiner amerikanischen Kollegin nur bestätigen: „Wenn wir etwas haben, dann ist es Platz“, was die riesigen Sportanlagen bestätigten. Die knapp 40 Grad Celsius Außentemperatur sorgten gleichzeitig dafür, dass ich wieder gerne in die gemäßigten Zonen der Sankt Lioba Schule zurückgekehrt bin.

C. Franke

Mein Austausch nach Minnesota

Als ich Ende März am Flughafen von Minneapolis ankam, wusste ich noch gar nicht, was mich erwarten würde. Ich war das erste Mal in den USA und dann auch noch ganz alleine, 7000 km entfernt von meiner Familie und meinen Freunden, mit etwa sieben Stunden Zeitverschiebung zwischen uns. Mein erster Gedanke war einfach: Es ist wie in einem amerikanischen Film. Begrüßt wurde ich zuerst von einer riesigen USA-Flagge und anschließend natürlich von meiner Gastfamilie, die mich am Flughafen abholte. Auf der Fahrt vom Flughafen zum Zuhause meiner Gastfamilie zogen gleich die bekannten Fast-Food-Ketten wie Raising Cane’s und Taco Bell an uns vorbei.

Ich lebte in Eden Prairie, einem Vorort von Minneapolis mit etwa 65.000 Einwohnern. Die Nachbarschaft meiner Gastfamilie war ebenfalls typisch amerikanisch: imposante Häuser mit unzähligen Giebeln, Steinfassaden, riesigen Einfahrten und Flaggen an den Häusern. Besonders überraschend für mich: Amerikaner nutzen ihre Haustüren kaum bis gar nicht. Sie fahren meist direkt in die Garage und gelangen von dort ins Haus.

Mein Eindruck, mitten in einem Film zu sein, setzte sich, nachdem ich meinen Jetlag ausgeschlafen hatte, direkt in der Eden Prairie High School fort. Die Schule ist riesig (bestimmt vier- bis fünfmal so groß wie die Sankt Lioba Schule), hat große Mensen, hunderte Meter lange Flure mit den ikonischen roten Spinden, für jedes Fach eigene Trakte und natürlich auch ein Footballfeld. Beeindruckend war jedoch vor allem die ungewöhnliche Ausstattung der Schule, wie Flugsimulatoren oder mehrere eigene Theater- und Orchestersäle. Dementsprechend vielfältig war auch das Kursangebot: von Kochen über Chinesisch bis hin zu „Life Issues“, einem Fach in dem man über seine Alltagsprobleme spricht, war wirklich alles dabei. Mein Lieblingsfach war „Poetry“, wo wir oft raus auf das Außengelände der Schule gingen, um Gedichte über die Natur des Frühlings zu schreiben. Auch gut gefallen hat mir der Deutschunterricht. Dort haben wir regelmäßig einen „Kaffeeklatsch“ gemacht – zwei Schüler des Kurses haben Kuchen und Getränke mitgebracht, und wir haben auf Deutsch über kulturelle Unterschiede diskutiert oder deutsche Zungenbrecher aufgesagt. Es war sehr interessant, die amerikanische Sicht auf die deutsche Kultur zu sehen und für Fragen der amerikanischen Schüler bereitzustehen. Trotz der vielen neuen Eindrücke habe ich mich in der Schule überraschend schnell zurechtgefunden, und der Schulalltag fühlte sich schon bald sehr vertraut an.

Besonders schön war auch die einwöchige Spring Break, die ich mit meiner Gastfamilie verbracht habe. Wir waren in Duluth am Lake Superior, dem flächenmäßig größten Süßwassersee der Welt. Der See war so riesig, es war, als würde man auf den Ozean blicken – kein Anfang und kein Ende in Sicht. Toll war auch die Mall of America, eines der größten Einkaufszentren der Welt. Das Außergewöhnliche: Die Mall hat einen eigenen Freizeitpark mit Achterbahnen, aber auch ein riesiges SEA LIFE Aquarium, Kinos und Restaurants. Um alle Vorzüge der Mall auszukosten, haben wir ganze vier Tage gebraucht (zum Glück gibt es in Minnesota keine Steuern auf Kleidung und Schuhe!). Natürlich durfte auch das Fast-Food-Tasting der großen und bekannten amerikanischen Fast-Food-Ketten nicht fehlen. Meine Favoriten: Crumbl Cookies und die Cheesecake Factory (große Empfehlung für den Salted-Caramel-Cheesecake).

Der Austausch war eine wundervolle, prägende Erfahrung, die ich wirklich weiterempfehlen kann an alle, die ihr Englisch verbessern und die amerikanische Lebensweise kennenlernen möchten. Gelernt habe ich vor allem Redewendungen und mein Englisch intuitiv in Alltagssituationen einzusetzen. Irgendwann fing ich sogar an, auf einem Mix aus Deutsch und Englisch zu träumen.

Mitte April, nach 3,5 Wochen, die wie im Flug vergangen waren, trat ich schließlich wehmütig und voller Dankbarkeit die Heimreise nach Deutschland an. Umso mehr freue ich mich nun auf den Gegenbesuch meiner Austauschpartnerin im Juni und hoffe, sie kann genauso viele schöne Erinnerungen sammeln und Eindrücke in Deutschland gewinnen, wie ich sie in den USA erleben durfte.

Sarah

Der Traum Amerikas – abgesehen von Politik und Wirtschaft

"Der Austausch nach Amerika war eine der besten Entscheidungen, die ich jemals treffen konnte – und dafür gibt es viele Gründe. Natürlich war das Leben dort anders als in Deutschland, aber die Menschen waren von der ersten Sekunde an unglaublich freundlich und offen. Außerdem hatte ich wahrscheinlich eine der besten Gastfamilien überhaupt, wobei das wahrscheinlich jeder über seine Gastfamilie sagen kann ;) Sie haben mir in diesen vier Wochen die bestmögliche Zeit bereitet und mir jede Sehenswürdigkeit gezeigt. Ich habe mich so wohl bei ihnen gefühlt, dass es sich am Ende tatsächlich so angefühlt hat, als wäre ich mit ihnen verwandt.

Ich war in Washington, Missouri, auf der St. Francis Borgia High School. An einem Tag hatten wir außerdem die Möglichkeit, die Washington High School zu besuchen, eine weitere Schule der Stadt. In beiden Schulen waren die Menschen und Schüler unglaublich hilfsbereit und freundlich. Zusammen mit dem Deutschlehrer und dem Deutschkurs der St. Francis Borgia High School haben wir am ersten Tag einen Ausflug durch die Stadt gemacht. Wir waren im Rathaus und auf der Polizeistation. Dort konnten wir uns in das Polizeiauto setzen und alles anschauen, was echt cool war, weil die Polizisten total freundlich waren, offen gegenüber allen Fragen und generell viel Humor hatten.

Mit meiner Gastfamilie war ich außerdem in St. Louis, und wir haben den Gateway Arch besucht. Dort kann man mit einem Aufzug bis ganz nach oben fahren, die Aussicht auf die Stadt und den Nationalpark genießen und Bilder machen. Später waren wir im Ballpark Village essen, direkt beim Baseballstadion der St. Louis Cardinals, und sind danach noch etwas durch die Stadt gelaufen. Mit meinen neuen Freunden habe ich ebenfalls sehr viel Zeit verbracht, und wir haben viele verschiedene Dinge gemacht, wie zum Beispiel Abende bei jemandem von uns zu Hause verbracht, Taco Bell oder andere leckere Food-Spots besucht, Pickleball gespielt, eine Arcade besucht, gebowlt oder bei Baseballspielen des Schulteams zugeschaut.

Auch mit meiner Gastfamilie war ich viel unterwegs. Vor allem haben wir sehr viel geshoppt. Natürlich wurden mir auch typisch amerikanische Läden wie Walmart oder Target gezeigt, und diese sind zusammen mit den berühmten Malls dort riesig. Das war beinahe wie ein kleiner Schock, da man in einem Laden alles von A bis Z kaufen kann, aber irgendwie hat es auch Spaß gemacht, dort durch die Regale zu stöbern. Zum Ende meines Austauschs hat meine Gastfamilie eine Goodbye-Party mit dem Motto „USA“ für mich organisiert. Wir haben alle meine Freunde eingeladen und gemeinsam eine richtig schöne letzte Zeit verbracht. Der Abschied fiel so unglaublich schwer – wir hatten alle mehr oder weniger Tränen in den Augen. Insgesamt hatte ich dort einfach unglaublich viel Spaß – auch wegen dieses großen Kontrasts zu Deutschland. Besonders das frühe Autofahren macht meiner Meinung nach einen großen Unterschied, da wir dadurch in unserer Freizeit viel unabhängiger waren und immer spontan entscheiden konnten, wohin wir gehen möchten, ohne dass uns unsere Eltern fahren mussten.

Außerdem würde ich sagen, dass die amerikanische Kultur deutlich entspannter und lockerer ist. Die Menschen wirken sehr casual und kaum gestresst, und ich finde, davon könnten wir uns in Deutschland etwas abschauen. Auch die Freundlichkeit der Menschen ist mir extrem aufgefallen, da es sich teilweise so angefühlt hat, als wäre man selbst mit einem Mitarbeiter bei Target befreundet.

Die Zeit in Amerika war für mich eine unvergessliche Erfahrung, die ich gegen nichts auf der Welt eintauschen würde. Ich kann jedem, der die Möglichkeit dazu hat, nur empfehlen, nicht zu zögern, in den Flieger zu steigen und jede einzelne Sekunde zu genießen. Denn die vier Wochen sind für mich wie im Flug vergangen, und ich würde alles dafür geben, das noch einmal zu erleben."

Viktoria Wolf, E-Phase

Kontakt

Postanschrift:

Eleonorenring 2
61231 Bad Nauheim

Telefon, E-Mail & Fax

lioba@lioba.de

Telefon: 06032 - 92 15 15

Fax: 06032 - 92 13 40